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Die Mühsal der Chorleitung

Die Mühsal der Chorleitung

Gedicht von Ute Kirchner

Hallo und guten Abend, heute fangen wir an

Ein gut’s Lied zu lernen, wie wir’s oft schon getan.

Das Erste ist: Wie macht man es schmackhaft?

Begeisterung wecken,Kritik gleich abschmettern,

Ein Hörbeispiel geben,

So läuft das im lustigen Chorleiterleben.

Frischauf und hurtig fängt an: der Sopran.

Wie gut, dass sie wieder die Leadstimme haben

Und können an der Melodie sich laben,

Sie brauchen sich nicht groß anzustrengen,

Neid kommt da auf in den anderen Rängen.

Aber wehe, es kommt einmal anders herum,

Der Sopran soll singen: Dap dum dubi dum.

Da sieht man Kinnladen herunter fallen,

Ungläubiges Staunen auf den Gesichtern von allen,

Was ist denn das? Wie soll das nur geh‘n?

Das kann doch nicht wahr sein, dieses ganze Gescheh’n.

Nur selten zum Glück ereilt sie dies schrecklich‘ Geschick.

Das Singen im Bass ist bei den Herren sehr gefragt,

Da jeder sehen kann, wie der Tenor sich oft plagt.

Der Grundton, Oktaven, Quarten und Quinten,

Es macht einfach Spaß, das herunter zu singen.

Was macht es schon aus, wenn Tenöre tief unten nicht klingen?

Im Alt hingegen gibt’s nur ein Problem,

Die Bezeichnung ist nun wirklich nicht schön,

Frau hieße hier lieber „Neu“,

Dennoch sind alle super dabei.

Mit Hingabe wenden sie sich im Nu

Auch solchen Feinheiten wie Halbtönen zu.

Die Melodie im Alt lässt sich oft nur erahnen,

Das heißt aber nicht, dass sie beim Singen erlahmen.

Nein, sie sind allzeit bereit

Zu singen, was harmonisch gesehen übrig bleibt.

Nun zum Tenor, der ist ganz Ohr

Und fragt sich schon dauernd insgeheim,

Was seine Rolle denn wohl wird sein.

Außerdem kommt jetzt die spannende Frage:

Welche der Frauen helfen der oberen Lage,

Die, chronisch betroffen von Mangel an Männern mit hohen Stimmen,

Doch auch ihren Beitrag sauber will singen.

Es finden sich immer gutwillige Seelen,

Die helfen, dass der Tenor sich nicht muss quälen

Und plagen,

Wie oben schon erwähnt.

So manche Frau empfindet das tiefe Singen

Als Gnade, weil sie dann nicht muss bringen

Die hohen Töne, die bei ihr nicht gut klingen.

Nun streben Bass, Alt, Tenor und Sopran,

Beim Singen ein gutes Ergebnis an

Das neue Stück beflügelt zum Glück.

Das tut auch Not, weil doch das Brot

Durch emsigen Fleiß will erworben sein.

Es stellen sich die ersten Tücken ein.

Da hat man dies und das vergessen,

Im Tenor singt man vermessen unterdessen

Sopran, das liegt doch nah!

Und der Bass, was macht der denn da?

Bleibt beim Tempo gern autonom,

Und außerdem, wen soll das schon

Groß beeindrucken, wenn die da vorn beginnt hektisch zu wedeln?

Auch kann man bei der Dynamik erleben,

Dass laut viel besser klingt als leise:

„Wir singen das eben auf unsere Weise“.

Im Alt beklagt man sich bitterlich:

„Wir sind das Stiefkind, wir dürfen nicht

Unsere Stimme alleine so oft singen wie z. B. der Tenor“.

Im Sopran herrscht dagegen die Einstellung vor:

„Wir wollen die Aufmerksamkeit nicht so sehr auf uns lenken,

Sonst könnte es sein, dass die anderen denken,

Wir seien nicht souverän“.

Der Chorleitung obliegt es nun,

Den ganzen Rest dazu zu tun,

Das begonnene Werk zu Ende zu bringen.

Und klappt dann alles mit dem Singen

Kommt noch die Präsentation!

Jetzt sollen sie auch noch die Hände heben,

Genau an den Stellen, die vorgegeben.

Und zusätzlich müssen sie Steps einlegen.

Auch diese Hürde wird genommen,

Der Chor ist nun soweit gekommen,

Die Aufführung ist nah,

Bei der Generalprobe sind nicht alle da.

Kurz vor dem Auftritt fehlt noch einer,

Wie meistens ist das mal wieder der Rainer.

Mit der Bratwurst in der Hand

Findet man am Würstchenstand

Zwei Mitglieder vom Chor,

Beide singen im Tenor,

Sich stärkend für das kommende Ereignis.

Zum guten Schluss, da steh’n sie da,

In chorischer Aufstellung, oder so etwa,

Ganz konzentriert, sind voll präsent,

Und machen die Nummer nun zum Event.

Das Publikum rast und applaudiert begeistert.

„Wir haben mal wieder erfolgreich gemeistert,

Was wir uns vor langem vorgenommen:

Wir haben gewonnen!“

Quelle: newsletter von capella-software, November 2012

Textbearbeitung: Josef Verwimp