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Schwarzwaldfahrt des Kirchehchores 2014

Kirchenchor St. Peter und Paul Aldekerk auf großer Fahrt

Donnerstag, den 2. Oktober 2014, fuhren 31 aktive Sängerinnen und Sänger – teilweise mit ehelichem Anhang – und einigen Gästen um 7:00 Uhr ab Aldekerk los in Richtung Süden, nachdem Pater Joseph den Reisesegen erteilt hatte.

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Im Chorraum der Abteikirche St. Peter auf dem Schwarzwald singt der Kirchenchor St. Peter und Paul das Ave Verum von W. A. Mozart. (Bild: Uwe Priefert)

Die Vorbereitung der Fahrt hatte in Händen von Sabine Cuypers, unserer vorherigen Vorsitzenden und jetzigen Schriftführerin, gelegen. Die Firma Schatorjé aus Kevelaer hatte ein passendes Programm für die Vier-Tage-Fahrt ausgearbeitet. Als Unterkunft hatten wir ein einfaches B & B-Hotel am westlichen Stadtrand von Freiburg. Busfahrer Klaus fuhr uns wohlbehalten hin (und später auch wieder zurück).

Nach der Ankunft in Freiburg wartete eine Führung durch Altstadt und Münster, durchgeführt in zwei Gruppen von einer Stadtführerin und deren Tochter Franziska. Das Freiburger Münster war besonders beeindruckend. Kaum zu glauben, dass die Fensterbilder aus buntem Glas – bis auf wenige Ausnahmen – unversehrt aus dem Mittelalter herübergerettet worden sind.

Den wenigsten Teilnehmern war bekannt, dass das Erzbistum Freiburg erst 1821 errichtet wurde nach der Auflösung des Bistums Konstanz. Das Münster in Konstanz wurde dann zu einer einfachen katholischen Pfarrkirche und nicht evangelisch, wie Franziska unserer Gruppe erzählte!

Das Leben in der schönen Stadt Freiburg hat seinen Preis: Diese Stadt ist im Hinblick auf die Wohnungskosten teurer als beispielsweise Hamburg oder Berlin. Die Stadt ist von einem Netz kleiner Kanäle durchzogen. Venedigs Kanäle sind groß und gut sichtbar. Man fällt nicht so leicht hinein. In Freiburg ist das anders: die Minikanäle sind heimtückisch und viele Einheimische und auch Touristen sind bereits hinein getreten und haben nasse Füße und teilweise Beinverletzungen davon getragen. 

Sehr wichtig für die Freiburger Bevölkerung ist der tägliche Markt auf dem Münsterplatz. Er ersetzt teilweise die üblichen großen Lebensmittelgeschäfte.

Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein ist Freiburg auch am Abend bis in die Nachtstunden eine lebendige Stadt mit südländischer Atmosphäre. Aber genug zu Freiburg.

Am Freitag (3. Oktober) stand eine Tour durch Schwarzwald und Vogesen auf dem Programm. Auf der Fahrt zu Sankt Peter auf dem Schwarzwald mussten wir notgedrungen durch die imposante Höllentalschlucht. An einer sehr engen Stelle steht ein kapitaler Hirsch aus Stein auf einem Felsen. Sein Vorbild soll hier einmal auf der Flucht vor einem Jäger die Höllenschlucht mit einem Riesensprung überwunden haben. Diese Geschichte wurde aber aus dem Jägerlatein ins Deutsche übersetzt. So ist an der historischen Wahrheit vielleicht doch ein leiser Zweifel angebracht. Am Ende der Schlucht ging es dann hinauf auf die Höhen. Von dort bis Sankt Peter hatten wir herrliche Ausblicke in die Täler.

In Sankt Peter hatten wir eine Kirchen- und Klosterführung mit allem drum und dran. Wir hatten Gelegenheit, im Chorraum der ehemaligen Klosterkirche das Ave Verum von Mozart zu singen. Orgelbegleitung war Fehlanzeige, denn die Chororgel funktionierte nicht. (Sie soll 2015 durch eine neue ersetzt werden.) Im ehemaligen Klostergebäude war bis vor einiger Zeit das Priesterseminar der Erzdiözese Freiburg untergebracht. Mittlerweile ist die Priesterausbildungsstätte in Freiburg in den erzbischöflichen Gebäuden in Münsternähe.

Nach der langen Klosterführung – u. a. durch die imposante Klosterbibliothek – wartete auf uns eine Schwarzwälder Gemüsesuppe in einer umgebauten Schwarzwaldscheune. Anschließend ging es zurück Richtung Westen. Wir fuhren durch Freiburg hindurch und am Kaiserstuhl vorbei Richtung Frankreich. Im Elsass, am Fuß der „Haut-Koenigsbourg” in der Ortschaft Orschwiller probierten wir verschiedene elsässische Weine und neutralisierten unsere Geschmacksnerven mit Baguettescheiben und einem Stück Guggelhupf. In Riquewihr war noch ein kleiner Bummel durch die pittoreske Kleinstadt angesagt. Nach dem Ausstieg aus dem Bus stürzte Roland, Hannis Ehemann, so unglücklich, dass der Krankenwagen gerufen werden musste. Roland kam nach Colmar ins Krankenhaus. Mathilde und ich begleiteten Hanni mit dem Bus dorthin und verbrachten den Abend im Wartebereich vor der Notaufnahme. Karl Brauers, der mit eigenem Auto und Wohnwagen angereist war, holte uns drei dann um 23:00 Uhr in Colmar vom Krankenhaus ab. Um Mitternacht waren wir dann in Freiburg. Doch das ist eine Geschichte für sich.  

Am Samstag (4. Oktober) fuhren wir wieder durch die Höllenschlucht – der Hirsch grüßte immer noch! –  denn von Freiburg Richtung Osten gibt es keine andere Verbindung als die B 31. Auf der Höhe fuhren wir diesmal Richtung Titisee. Dort wurde eine längere Pause eingelegt mit Gelegenheit zum Bummeln, Kaffeetrinken, Spazieren am See, … Wer sich in die Souvenirläden begab, konnte Kuckucksuhren in allen Größen und Preislagen bestaunen und hören. Nach einem kleinen Mittagessen ging es von dort – an den beiden großen Seen Titisee und Schluchsee entlang – weiter nach Sankt Blasien, dem Ziel unserer Chorträume! Dort wollten wir uns einen Herzenswunsch erfüllen und in dem monumentalen Dom die Messe in C von Anton Bruckner singen. Karl Hammans und Georg van Hall – und auch Herbert Schraets – freuten sich besonders, dass sie auf der großartigen Orgel spielen durften. Das darf dort noch lange nicht jeder!

Die Kuppel des Domes ist angeblich die dritt- oder viertgrößte in Europa. Nun ja! Der Dom ist von innen ganz hell und weiß. Der Chorraum ist von der Rotonde durch zwei hochheilige Altarräume (Wehe dem, der dort unbefugt einen Fuß hineinsetzt!!!) und ein Gitter abgetrennt. Auch die Aufgänge zur Orgelbühne werden immer abgeschlossen. Wer da zu spät kommt, (weil beispielsweise die Musikinstrumente noch aus dem Bus geholt werden müssen,) hat das Nachsehen und ist dazu verdammt, dem Chor zuzuhören, der da oben mit der Probe bereits angefangen hat!

Schließlich schafften wir es, gemeinsam (Trio Cäcilia und Chor) die Messe in C von Anton Bruckner zu singen, mit einer Einlage feierlicher und wehmütiger Töne von Antonín Dvořák, gespielt vom halbwegs versöhnten Trio Cäcilia während der Kommunionausteilung.

Der Zelebrant, Pater Bauer, sprach dem Chor ein hohes Lob aus. Die Messe von Bruckner kannte er noch nicht und fand sie sehr schön. Über die geschenkte CD mit der Cäcilienmesse von Charles Gounod freute er sich besonders. Er fand es erstaunlich, dass ein einfacher Kirchenchor vom Lande Werke singt, die er nur von Aufführungen auserlesener Münchener Chöre her kennt.

Nach der Messe fuhren wir wieder zurück. Karl H. und Jutta K. fuhren wegen einer Familienfeier von Sankt Blasien aus direkt nach Hause und nahmen Hanni H. gleich mit. Ihr Mann Roland sollte von Colmar aus „repatriiert” werden.

Der strahlende Halbmond leuchtete dem verbliebenen Rest der Reisegesellschaft aus einem wolkenlosen Himmel heim bis Freiburg. Nach 21:00 Uhr kamen wir dort an. An einer geeigneten Stelle durften die Abenteuerlustigen den Bus verlassen und noch ein wenig das Freiburger Nachtleben aufmischen. Die übrigen Damen und Herren fuhren weiter zum Hotel und setzten sich in der Lobby noch ein wenig hin mit einer Flasche Bier aus dem Automaten und einer bestellten Pizza und ließen den Tag Revue passieren.

Am Sonntag (5. Oktober) fuhren wir dann – ohne Christa und Karl Brauers, die in der Gegend noch einige Tage Urlaub machen wollten, – ab 9:30 Uhr wieder Richtung Kerken. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle. Nur ein leichter Stau am Hockenheimer Ring ließ sich nicht vermeiden.

Klaus, der Busfahrer, hatte für die Mittagszeit in einer Brauerei am Rheinufer zwischen Sankt Goar und Koblenz Tische für die ganze Gesellschaft reserviert.

Am Ende der Fahrt freute er sich über die Dankesworte, die Sabine im Namen des Chores aussprach, und er verriet auch, was er mit dem Geld machen wollte, das Elisabeth im Bus für ihn gesammelt hatte.

Gegen 18:00 Uhr trafen wir dann in Aldekerk ein. Jutta hatte – in Absprache mit mir –  für Sabine einen Blumenstrauß besorgt. Das sollte für alle, aber vor allem für Sabine, eine Überraschung sein. Es wäre dann auch fast eine geworden! Dennoch freute Sabine sich wie ein Honigkuchenpferd als die ganze Reisegesellschaft sich bei ihr mit einem herzlichen und kräftigen Applaus bedankte! 

Josef Verwimp,

Vorsitzender des Chores